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Starten Sie die Diashow und unternehmen Sie eine nostalgische Reise in eine Zeit, in der die Gegenwart noch Zukunft war.

Kulturpoesie

Kultur umfasst eingentlich alles, was wir Menschen denken und tun können, im positiven wie im negativen Sinne.

Für Max Weber ist Kultur ein vom Menschen selbst gesponnenes Gewebe von Zeichen, das Sinn und Bedeutung vermittelt in einem unendlichen, sinnlosen Weltgeschehen. Der Mensch bedarf der Kultur, um seine Stellung im Kosmos zu verorten. Die Kultur ist der Scheinwerfer, der einen Punkt in der Unendlichkeit fokussiert und ihm in seiner Vergänglichkeit einen Platz darin sichert.

Dabei unterliegt die Kultur einer stetigen Veränderung. Erst durch die Pandemie wurde die kulturelle Evolution jäh unterbrochen. Unsere Gewohnheiten und Ausdrucksformen waren auf einmal eingeschränkt, allen voran die künstlerische Kultur im klassischen Sinne. Erst durch die Abwesenheit dieser Kultur ist uns deren Bedeutung schmerzlich bewusst geworden. Kultur ist mehr als ein Grundbedürfnis, sie ist essenziell.

Im Lockdown haben wir von Kultur geträumt und es sehnsüchtig vermisst, in sie einzutauchen und in ihr zu baden. Nie war ihr Wert so deutlich wie in einer Zeit, in der die Kulturtempel geschlossen waren. Lesen hat uns manchmal geholfen, aus dem Käfig der Pandemie auszubrechen, an Sehnsuchtsorte zu gelangen und unserer Fantasie freien Lauf zu lassen.

Plötzlich stand der Mensch nicht mehr im Mittelpunkt, sondern neben sich. Das „Ich“ wurde radikal vom Sockel geholt, musste sich fügen und beginnt langsam, die Welt mit anderen Augen zu sehen, aus einer neuen Perspektive.

Schönheitsfaktor

Lässt sich Schönheit messen?

Eine Frage, die sich die Menschen schon seit Menschengedenken stellen. Denn Schönheit und gute Proportionen erleichtern den Überlebenskampf, weil sie Fruchtbarkeit und Gesundheit signalisieren.

Die empirische Ästhetik greift zum Maßband, um der Attraktivität auf die Spur zu kommen. Ein zentraler Parameter für die Schönheit der Frau im Laufe der Jahrhunderte ist die Figur, die über das Taille-Hüfte-Verhältnis gemessen wird. Ideal ist nach der Studienlage ein Quotient von 0,7, wenn man die Taillenweite durch die Hüftweite teilt, unabhängig davon, ob die Frau schlank oder kurvig ist. Das richtige Verhältnis von Taille zu Hüfte ist nicht nur schön, sondern auch gleichzeitig gesund, weil es die ideale Fettverteilung berücksichtigt. Aus medizinischen Gründen sollte es bei Frauen unter 0,85 liegen.

Alle Probandinnen in diesem Projekt schaffen diesen Wert, sind also gesundheitlich gut aufgestellt. Aber wer hat das Idealmaß und erfüllt damit den Schönheitsfaktor?

Operation Schönheit

Während die Menschen im wirklichen Leben unablässig nach Schönheit streben, ist sie in der Kunst geradezu verpönt. Seit der Moderne sind die „nicht mehr schönen Künste“ gefragt.

„Auch um des Schönen willen ist kein Schönes mehr", schreibt Theodor W. Adorno in seiner Ästhetischen Theorie. Erst die Spannungen, Brüche und Kontraste innerhalb des Schönen bewirken eine Art von Harmonie, während die klassische Schönheit unterdrückende Wirkung habe.

Es geht nicht mehr um das „Wahre, Schöne, Gute“, wie es Platon postulierte. Denn das Schöne ist nicht gleichzeitig Wahrheit. Die Schönheit ist ein Versprechen, die Wahrheit ist nackt. Vieles ist zu schön, um wahr zu sein. Alles vermischt sich zwischen Wirklichkeit und Inszenierung, zwischen scheinbarer Wahrheit und konstruiertem Schein.

Dennoch wird die zeitgenössische Kunst von weiten Teilen der Bevölkerung abgelehnt, weil sie sich den landläufigen Schönheitsidealen verschließt. In ihrer Lebenswirklichkeit zählen Attraktivität, Schönheit und Fetisch wie sie von der Werbung und den sozialen Medien propagiert werden.

Diese Fotoserie erzählt ein Märchen als Parabel dafür, wie sich der moderne Mensch nach einem archetypischen Zufluchtsort sehnt und doch aus dem Paradies vertrieben wird.

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